Weine mit Charakter.
Seinen Ruhm verdankt der deutsche Wein vor allem der Riesling-Rebe. Deutsche Weine zeichnen sich aus durch ihre Leichtigkeit, Spritzigkeit und Fruchtigkeit.
Diese Eigenschaften sind auf die besonderen Klima- und Bodenverhältnisse zurückzuführen. Die 13 deutschen Weinanbaugebiete liegen - außer Sachsen und Saale-Unstrut im Osten - konzentriert im Südwesten und Süden Deutschlands.

In Deutschland wir auf einer Rebfläche von rund 103.000 Hektar Wein angebaut. Der Anteil an Rebflächen mit Roten Rebsorten ist in den letzten drei Jahrzehnten kontinuierlich angestiegen. Dennoch werden weiterhin auf über 70 Prozent der Rebflächen Weiße Rebsorten angebaut. Nahezu 50 Prozent der mit Weißen Rebsorten bestockten Flächen entfallen auf die Rebsorten Riesling, Müller-Thurgau und Silvaner. Bei den Roten Rebsorten dominiert der Spätburgunder. Weiterhin zählen die Rebsorten Dornfelder und Portugieser zu den wichtigsten Roten Rebsorten in Deutschland.
Und niemand besser als die Deutschen selbst wissen, wie, wann und wo ihr Wein am besten schmeckt – und am allerbesten wissen es die Winzer selbst. Der Kontrast zu Frankreich könnte darin kaum stärker sein. Wo gibt es im Médoc schon eine gemütliche Ecke, wo der Fremde sich hinsetzen, seinen Wein schlürfen und mit den Ortsansässigen über den Pauillac oder Margaux reden könnte? Einen deutschen Weinort ohne seine Weinstube kann man sich dagegen überhaupt nicht vorstellen. In Deutschland wissen die Menschen, die Wein bauen, ihn auch am meisten zu schätzen.
Ich will Ihnen drei dieser Weinanbaugebiete hautnah vorstellen: Pfalz, Mosel-Saar-Ruwer und Rheingau.
Das erste Weingut, welches Sie auf Ihrer Reise kennen lernen, ist das Weingut Dr. von Bassermann-Jordan in Deidesheim. Ein historisches Haus, vielleicht das erste, das in dieser Gegend hochwertige Weine erzeugte.
Die Mosel hat in der letzten Dekade die Meinungsführerschaft darin übernommen, wie ein filigraner feinfruchtiger Riesling zu schmecken hat. Nirgendwo sonst findet man eine derartige Fülle eleganter Riesling-Weine wie an der Mosel und in den benachbarten Flußtälern von Saar und Ruwer.
Sie besuchen hier das wohl namhafteste Weingut: Die Gutsverwaltung von Schubert-Grünhaus, der gesuchteste Erzeuger trockener Rieslingweine.
Unbestreitbar erreicht der Weinbau am Rhein seinen Höhepunkt dort, wo der breit zwischen Inseln und Auen dahinziehende Strom die schwere Masse der Taunusberge anspült. Diese paar Kilometer gehören so gut wie ganz der Rebe, wobei sich die Namen Rheingau und Riesling zu unlösbarer Einheit verbinden. In Kiedrich liegt auch das dritte Weingut, welches darüber hinaus zu den Top-Ten der Weinszene gehört: Das Weingut Robert Weil.
Damit auch der kulturhistorische Teil nicht zu kurz kommt, besuchen Sie sowohl die Porta Nigra und die Liebfrauenkirche in Trier als auch das Kloster Eberbach, dessen Wurzeln bis ins Burgund reichen. Die Zisterzienser machten den Weinbau berühmt und belieferten die Obrigkeiten der geistlichen Häuser.